Es ändert sich was: Mehr Positivity und Mental Health, weniger Beauty

Wenn ich etwas schwierig finde, dann sind das Veränderungen. Puuh, ich kann tage-, wochen- oder monatelang an Themen herumgrübeln, bis ich mich für etwas entscheiden kann. Immer sitzt da Frau Skepsis, Herr DuKannstDasEhNicht und Fräulein UuiuiuiiiiiAberEschDochEigentliAllesGarNedSoSchlemm auf meinen Schultern. Mich da jeweils durchzusetzen ist nicht ganz so einfach. Und so kommt es, dass ich manchmal etwas planlos herumirre, bevor ich spüre, wohin mich mein Weg führen soll. Aber seit heute weiss ich genau: Ab sofort gibt’s hier auf Sara’s Things mehr Positivity- und Mental Health Blogposts und weniger Beauty-Themen. Jo imfall, wörkli.

So, nach dieser etwas dramatischen Einleitung folgt hier der einfache Grund, warum ich diesen Post überhaupt schreibe: Beauty Posts machen mich nicht mehr glücklich. 

Ich fühlte mich im letzten halben Jahr getrieben – getrieben von anderen Beauty-Bloggern, die super viele Follower haben, mehrmals wöchentlich einen Post veröffentlichen und tagtäglich Neuigkeiten auf ihren Social Media Profilen vorstellen. Dieses anscheinende Glamour-Leben; immer neue Produkte und stets an coole Events zu gehen, das schien mir das Ziel zu sein. Aber ich selber mit meinem Mini-Blog war irgendwo abgeschlagen, weil ich die Energie für regelmässigere Posts nicht aufbringen konnte. Und da fing auch schon mein innerer Widerspruch an. Ja, ich liebe es über Beauty-Produkte zu sprechen, ja mich interessieren Neuigkeiten, aber ich schreibe mittlerweile einfach nicht mehr gern darüber! Und auch früher schon habe ich lieber Make-up Techniken erklärt oder Make-up Tipps gegeben, als ’nur‘ ein Produkt vorgestellt. Plötzlich fühlte ich mich gestresst von meinem eigenen Hobby – ai, die anderen haben viel mehr Erfolg, posten viel regelmässiger und haben total krass viele Follower! Ich muss mehr Gas geben! Ständig habe ich mich verglichen und mich selber unter Druck gesetzt. So habe ich meine Energie damit vergeben, enttäuscht von mir selber zu sein und mich klein zu fühlen, anstatt etwas am grossen Ganzen zu ändern und auf mich selber zu hören. #fail

In den letzten Tagen hatte ich ein total augenöffnendes Gespräch mit einer anderen Beauty Bloggerin. Sie kannte mich bis zu dem Zeitpunkt vorwiegend von meinen Blogposts und über Social Media. Wir haben uns zwar mal getroffen und waren uns auf Anhieb sympathisch, aber wir haben uns nur kurz gesprochen. Ihre Einschätzung meiner Themen und meines Tuns als Bloggerin würde also total offen und objektiv sein. Und sie sagte etwas zu mir, dass mich total zum Denken brachte. Sie sagte: „Du bist ja keine typische Beauty-Bloggerin.“ Und da fiel es mir wie Schuppen von den Augen – ich bin jetzt schon keine typische Beauty Bloggerin mehr. Ich schreibe jetzt schon so oft über andere, persönliche Themen rund um Hochsensibilität und Perfektionismus. Also worauf warte ich eigentlich? Nach Aussen ist der Wechsel schon lange passiert – nun muss ich nur noch dazu stehen! Aber ja, öffentlich zu einer Vergangenheit mit Depressionen zu stehen, machst du auch nicht alle Tage. Und solange ich die Dinge nicht beim Namen nennen konnte, musste ich wohl herumirren. Bis ich heute, übrigens ganz unerwartet, den Mut fand, diesen Schritt nun zu wagen. Denn wie heisst es so schön: Das Internet vergisst nie.

Als Konsequenz habe ich die Kategorien hier auf dem Blog nun angepasst und zukünftig könnt ihr mehr über Posititvity- und Mental Health Themen lesen, wie z.B. Depressionen, Hochsensibilität, Selbstbewusstsein oder Perfektionismus. Ich erzähle von meinen eigenen schweren Zeiten, weil ich anderen Mut machen will, dass man solche Phasen überwinden kann. Egal wie schwer das Leben auch mal sein mag, es geht weiter. Der Kampf lohnt sich. Ich war im tiefsten Loch – und stehe heute beruflich und privat so selbstbewusst und erfolgreich im Leben wie noch nie. Wenn ich es schaffe anderen Betroffenen Mut zu machen, dann habe ich mein Ziel erreicht. Und natürlich will ich, dass diese Tabu-Themen in unserer Gesellschaft bekannter werden und andere aufklären, was es bedeutet psychisch krank zu sein. Denn man kann nicht nur TROTZ psychischen Krankheiten erfolgreich sein, sondern auch gerade WEGEN. Und glaubt mir, am Ende haben wir alle unsere Ecken und Kanten. Egal was der Grund dafür ist. Niemand ist perfekt – auch du nicht. Und imfall, das esch total okay.

Ich hoffe, dass ich hier keine Leser verliere, weil die Beauty-Themen weiterhin im Hintergrund bleiben werden. Aber ich kann ja zum Glück nicht aus meiner Haut, d.h. gerade auf Instagram werde ich euch auch zukünftig mit meinen Maniküren und sonstigem Beauty-Zeugs beglücken, no worries.

Ich freue mich über jegliches Feedback zu dieser Veränderung – ich zumindest fühle mich sehr befreit, diese Zeilen geschrieben zu haben.

Eure Sara

6 Comments
  • Nicole
    Juni 12, 2017

    Liebe Sara. Ich freue mich sehe auf die neuen Themen. Gerade weil es was anderes ist. Beauty-Blogs gibts wie Sand am Meer. Und mich hast du wohl eher wegen der Veränderung als regelmässige(re) Leserin gewonnen. Go Girl! <3

    • Sara
      Juni 18, 2017

      Liebe Nicole
      Vielen Dank für deine Worte! Ich habe mich schon immer darüber gefreut, dass du auf meiner Reise dabei bist, obwohl du kein Beauty-Nerd bist. Entsprechend freue ich mich, dass du auch weiterhin dabei bist und dich von den Themen her gar eher angesprochen fühlst. Ich folge nämlich auch dir so gern – deine Bilder, deine Art, deine Themen.
      Bis bald und auch dir weiterhin viel Erfolg und Freude bei dem was du machst.
      Herzliche Grüsse
      Sara

  • Fiona
    Juni 12, 2017

    Liebe Sara
    Meine Meinung kennst du ja bereits! Ich finde das super, dass du dein Weg erkannt hast und bin sicher du wirst dich voller Elan den neuen Themen widmen! Ich finde diese Themen ebenso spannend wie alles Rund um Beauty! Es gehört zum Leben und ich bin überzeugt, dass du andere motivieren kannst! Ich wünsche dir auf deinem neuen Weg viel Glück und freue mich auf alles was kommt!
    Ganz liebe Grüsse 😘
    Fiona

    • Sara
      Juni 18, 2017

      Liebe Fiona
      Herzlichen Dank für deine inspirierenden Worte! Du hast vor einer Woche diese banalen Worte zu mir gesagt und bei mir einen Stöpsel gelöst! 🙂 Ich bin so froh, dass ich mich endlich getraut habe, den Schritt zu wagen, den ich eigentlich schon lange hätte gehen können. Egal – Hauptsache ich gehe den Weg jetzt. Und ja, ich spüre wieder diese Lust zu schreiben, wie ich sie früher spürte. Das tut so gut. Und wenn ich es schaffe, andere zu erreichen, ihnen Mut zu machen, dann ist das grossartig.
      Ich freue mich, wenn du dabei bleibst! Und vielleicht sehen wir uns ja mal wieder, darüber würde ich mich sehr freuen.
      Alles Liebe und auch dir weiterhin viel Erfolg beim Bloggen!
      Sara

  • Cinzia
    Juni 12, 2017

    Ich bleibe und lese Dich gerne weiter. Ich mag reale Menschen. Mit Schwächen und Ängste.
    Du hast so recht…wir sind nicht perfekt und genau das macht uns doch auch aus.
    Du hast mit dieser Änderung viel mehr Mut bewiesen als viele dieser „perfekten“ Blogs und IG-Profile zusammen.
    Viele von uns verstecken grosse Probleme hinter unserem Social-Media-Auftritt.
    Diese nach aussen zu zeigen ist nicht für alle eine Option….und auch kein Muss.
    Und vergiss das mit den vielen Follower, PR-Samples und Co.
    Es zählen nur die Leser (egal wie viele) und Deine Freude am Bloggen.
    Lieben Gruss
    Cinzia

    • Sara
      Juni 18, 2017

      Liebe Cinzia
      Ich freue mich sehr, dass du dabei bleibst! Und vor allem herzlichen Dank für deine bestärkenden Worte. Ich fühle, dass es für mich der richtige Weg ist und ich mich damit echter und realer fühle. Ich fühle mich gar befreit! Du gehörst ja auch zur realen Konsorte – mach auch du weiter, wie du dies machst. Die Social Media Welt braucht Leute, die sagen, wie die Dinge sind. Nämlich nicht nur perfekt inszeniert.
      Liebste Grüsse
      Sara

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